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Tiger
schlagen Köln mit 2:1 (0:1, 2:0, 0:0)
Mike Bales und seine
Teufelskerle
In
einem grandiosen Spiel vor grandioser Kulisse wachsen die Tiger
erneut über sich hinaus
(we)
Sein Statement zu diesem großartigen, sensationellen,
wahnsinnigen Spiel begann Doug Mason mit einer Geschichte von früher.
„Mein erstes Spiel in Straubing“, begann Kölns
Trainer, „hab ich im November ’93 gesehen. Ich hatte
einen Stehplatz. Ich weiß noch, wie schön das war. Ich
vergesse das nie.“ Damals war Mason hier, um den Straubinger
Spieler Guy Gudowsky zu beobachten und eventuell mitzunehmen. Diesmal
war Mason hier, um nach Möglichkeit drei Punkte mitzunehmen.
Doch daraus wurde nichts. Und trotzdem hat Mason diesen Abend am
Pulverturm nicht bereut. „Heute war mein zweites Mal in
Straubing. Und das vergesse ich auch nie. Es wird immer eine schöne
Erinnerung sein. Bis auf das Ergebnis.“ Dieses Spiel wird nicht
nur Doug Mason unvergesslich bleiben. Dieses Spiel der Straubing
Tigers gegen die Kölner Haie hat gute Chancen auf Aufnahme in
den Erinnerungsolymp von allen, die es live gesehen haben, und zwar
auch wegen des Ergebnisses. Mit Köln kam die wohl bisher
stärkste Mannschaft bisher an den Pulverturm, mit schnellen
Spielern, nahezu perfekter Stocksicherheit und mit dem Drang nach
vorne, mit offenem Visier. Diese Mannschaft haben die Straubing
Tigers 2:1 (0:1, 2:0, 0:0) geschlagen und dabei einen Rückstand
aufgeholt.
Was die Straubing Tigers gestern Abend geboten haben,
an Leidenschaft, an Kampfkraft, Siegeswillen und an Disziplin, war
eine Leistung, die das Publikum nahezu zum Wahnsinn trieb. In der 56.
Minute erreichte die Phonzahl einen neuen Rekordwert. Das will etwas
heißen in dieser an neuen Phon-Rekorden nicht armen Saison am
Pulverturm. In der 56. Minute geriet Bales’ Schläger unter
einen Kölner Schlittschuh, Bales stand sekundenlang mit
halbiertem Handwerkszeug dem Kölner Sturmlauf gegenüber.
Ein Haie-Stürmer tauchte am Torraum auf, doch irgendwie hat Mike
Bales, der Teufelskerl, auch diesen Angriff abgewehrt, wie so viele
beste und allerbeste Kölner Chancen schon zuvor.
An Mike
Bales bissen die Haie sich die Zähne aus. „Wir werden
einfach immer besser, und dann noch diese Fans im Rücken.
Wahrscheinlich ist unser Publikum der Grund, warum wir auswärts
keine Punkte holen, aber zuhause fast immer“, kommentierte der
Teufelskerl selbst dieses Spiel, und er hat Recht. Straubing, ohne
den verletzten Calvin Elfring und noch ohne den übermüdeten
Nathan Barrett, bot eine Leistung, die außergewöhnlich
war, und das Publikum ebenso „Ich wusste“, staunte Kölns
Goalie Oliver Jonas, „dass das hiert ein Hexenkessel ist. Aber
so krass hab ich mir das nicht vorgestellt. Das ist das beste Stadion
der Liga.“ Und Siegtorschütze Markus Jocher staunte: „Dass
es noch besser sein kann als gegen Ingolstadt, hätte ich nie
geglaubt. Aber das war noch besser.“ In diesem Stadion scheint
alles möglich für die Tiger. Selbst „dumme
Strafzeiten“, die Erich Kühnhackl zuletzt in Nürnberg
zu beklagen hatte, werden weggesteckt. Die Kölner Führung
resultierte as einer solchen Strafzeit, als Straubing wegen zu vielen
Spielern auf dem Eis dem vierten Kölner Powerplay erlag und Dave
MacLlwain 69 Sekunden vor der ersten Pause den Puck im Straubinger
Netz versenkte.
16 Schüsse hatten die Haie im ersten
Abschnitt auf Bales abgefeuert, Straubing nur halb so viel auf Jonas.
Im zweiten Drittel war es dann umgekehrt. Knackpunkt war nach
Einschätzung Doug Masons die 31. Minute und eine Strafzeit gegen
Kölns Jason Marshall, der damit nicht einverstanden war und
aufgrund seines unhöflichen Protestes darüber hinaus mit
einer Spieldauerstrafe bedacht wurde. „Das hat die Fans und
ihre Mannschaft richtig aufgeweckt. Dass Straubing danach zwei Tore
schoss, war verdient, und der Sieg auch.“ Denn dann dauerte es
genau 13 Sekunden, bis Sepp Lehner schoss, und es stand 1:1. Danach
wussten die Tiger, dass sie eine Chance hatten und nur fünf
Minuten später machte ausgerechnet Markus Jocher das 2:1. „Ich
hab einfach gedacht, ich zieh rein und probiers“, sagte Jocher
zu dem Moment, als er den Puck von Thomas Wilhelm serviert bekommen
hatte, „der Willi hat mich gut gesehen und dann bin ich einfach
reingezogen“. Was die Tiger in dieser Phase boten, war das
beste, was das Team in dieser Saison bisher gezeigt hat, und das
bisher Gezeigte war ja schon nicht schlecht. Die von Erich Kühnhackl
umgebaute Abwehr mit Matt Kinch bei Sepp Lehner und Markus Jocher bei
Peter Casparsson bestand ihren Test hervorragend.
Im letzten
Drittel stemmten die Tiger sich mit Leidenschaft gegen die Kölner
Angriffe und hatten immer wieder Konterchancen. Dann begann der Kampf
gegen die Uhr in einem Spiel, das nun neue Ausmaße an Dramatik
annahm. Jedes Icing, jeder Befreiungsschlag wurde vom Publikum
frenetisch bejubelt, die Blicke glitten immer öfter zwischen Eis
und Uhr, und Schiedsrichter Rantala sah sich bei seinen umstrittenen
Strafzeiten im letzten Drittel ohrenbetäubenden Pfeifkonzerten
ausgesetzt. Allein in den letzten vier Minuten verhängte Schiri
Rantala vier Minuten gegen Straubing, aber dazwischen auch eine gegen
Köln. Mit aller Macht kämpften die Tiger in Unterzahl um
den Sieg gegen die nun von allen Schlägern feuernden Kölner.
Die
letzten 30 Sekunden drückte Köln verzweifelt mit einem
zusätzlichen Feldspieler und Straubing hatte bei
Befreiungsschlägen mehrmals das dritte Tor auf der Kelle. Es
blieb beim 2:1-Sieg für das Team, das so voller Teufelskerle
steckt und das mit so viel Leidenschaft gekämpft hatte, dass
selbst Kölns Trainer fand, dass dieser Abend unvergesslich war
Straubing
Tigers: Bales
- Kinch, Lehner; Janke, Norgren; Jocher, Casparsson; - Severson,
Lundbohm, Eklund; Trew, Gallant, Dunham; Retzer, Oswald, P.
Abstreiter; Wilhelm, Mann, Kapzan;
Kölner
Haie:
Jonas - Marshall, Trygg; Lüdemann, Julien; Ankert, Renz - Adams,
Boos, Tallaire; MacLlwain, Ciernik, Gogulla; Hospelt, Lindsay, Gavey;
Furchner, Müller;
Tore:
0:1
(18:51) MacLlwain (Julien - 4:5), 1:1 (30:30) Lehner (5:4), 2:1
(35:22) Jocher (Wilhelm);
Strafminuten:
Straubing
24; Köln 20 plus Spieldauerstrafe für Marshall;
Schiedsrichter:
Rantala/Finnland
(HSR);
Zuschauer: 5153.
Torreiches
Derby bayrischer Großkatzen - Panther unterliegen Tigers mit
4:6
Augsburg, 18. August
Eine erste
Standortbestimmung erwarteten die Anhänger der Augsburger
Panther vom heutigen Abend, denn der Aufsteiger aus Straubing gehört
zu den Mannschaften der DEL, gegen die man sich berechtigterweise
Hoffnungen macht, auch während der Saison Punkte verbuchen zu
können. Jetzt gab es bereits in der Vorbereitung die
Möglichkeit, erste „Duftmarken“ setzen, was den
Tigers deutlich besser gelang. Immerhin trifft man sich am Sonntag in
Straubing erneut.
Sein Debüt in Reihen der Augsburger gab
an diesem Abend Angreifer Shane Joseph, und um es vorweg zu nehmen,
ein ziemlich gutes. Der Kanadier präsentierte sich sehr wendig
und scheint über einen guten Schuss zu verfügen. Dafür
reihte sich Yanick Dubé wegen einer Patellasehnen-Reizung bei
den bereits Verletzten Kevin Bolibruck und Giulio Scandella ein. Ihre
Teamkollegen versuchten von Beginn an für klare Verhältnisse
zu sorgen, doch versteckten sich die Gäste keineswegs. Vielmehr
gingen sie durch einen Sonntagsschuss ihres Kapitäns Sepp Lehner
sogar in Führung, während die Panther ihre eigentlich
zahlreicheren Chancen nicht nutzen konnten. Dafür überstanden
sie eine doppelte Unterzahl ohne größere Probleme. Als die
Tigers kurz darauf aber erneut mit zwei Mann mehr auf dem Eis war,
machten sie es mit einem Treffer von Casparsson schon besser. Seinem
Befreiungsschlag über die Bande hatten es die Hausherrn zu
verdanken, dass sie vor der Pause noch den Anschluss schafften. Craig
Darby schloss das Powerplay erfolgreich zum 1:2 ab.
Hätte
nicht weiterhin fast ständig ein Panther auf der Strafbank
gesessen – wobei die Entscheidungen des Schiedsrichters nicht
immer nachvollziehbar waren – hätten sie den Gegner ganz
gut im Griff haben können, doch so hatten es die Tigers nicht
allzu schwer, ihren Vorsprung auszubauen. Gegen teilweise ob der
Strafen frustriert und verunsichert wirkende Augsburger hatte das
Spiel minutenlang den Charakter von Scheibenschießen. Eklund,
Severson, Gallant und Jocher nutzten ihre Chancen konsequent
aus, während die Hausherren selbst beste Möglichkeiten
versiebten.
Zu Beginn des letzten Drittels wurde die Gangart
auf beiden Seiten zunehmend härter, bis hin zu einer handfesten
Auseinandersetzung zwischen Jay Henderson und Christoffer Norgren.
Der spielerischen Qualität war das natürlich nicht
zuträglich. Dafür drehten die Panther den Spieß nun
um, denn Roland Mayr, Manuel Kofler und Travis Brigley brachten die
Hausherren wieder heran. Mit etwas mehr Zielwasser wäre noch der
Ausgleich möglich gewesen, denn an Chancen mangelte es den
Panthern nicht, doch so blieb es schließlich bei der –
bedeutungslosen - ersten Derby-Niederlage. (mor)
Tore: (1:2 /
0:4 / 3:0)
0:1 (05:30) Lehner ( Galland )
0:2 (14:32)
Casparsson ( Fox ) 5:3
1:2 (19:29) Darby ( Henderson ; Frenzel )
5:4
1:3 (26:00) Eklund ( Kinch ; Fox ) 5:4
1:4 (29.44) Severson
( Gallant )
1:5 (31:04) Gallant ( Dunham ) 5:4
1:6 (31:30)
Jocher ( Oswald ; Casparsson )
2:6 (46.36) Mayr (Fendt ;
Buzas )
3:6 (50.00) Kofler (Fendt ; Damgaard ) 5:4
4:6 (52.07)
Brigley (Buzas )
Zuschauer: 1619
Strafzeiten: Augsburger
Panther 18 + 10 Frenzel, Mayr ; Straubing 20 + 10
Severson
Schiedsrichter: Aumüller, Ottobrunn
Eishockey
im Kopf, die Berge im Herzen
Mit Markus Jocher kommt ein
Allrounder, der in DEL nur für Spitzenclubs aktiv war
Markus
Jocher hat etwas geschafft, was bisher nur wenigen Eishockey-Spielern
in Deutschland gelungen ist: dreimal deutscher Meister mit drei
verschiedenen Vereinen zu werden. Und dabei ist er erst 27. Zudem
kann der 1,76 Meter kleine und 75 Kilogramm leichte Verteidiger auch
im Sturm eingesetzt werden. Und er ist Rechtsschütze –
solche Spieler sind gefragt. Spätestens jetzt wird man
hellhörig: drei Titel, die letzten fünf Jahre in Köln
und Frankfurt bei Top-Teams unter Vertrag, hinten und vorne
einsetzbar, mit 27 Jahren auf dem Höhepunkt seiner Karriere –
was will so ein Spieler in Straubing, bei einem Aufsteiger? Die
Antwort ist ganz einfach: „Ich wollte einfach wieder nach
Bayern, einfach näher an zu Hause sein.“ Näher an zu
Hause sein... Markus Jocher ist in Garmisch-Partenkirchen zu Hause,
unter der Zugspitze. Wer hier aufgewachsen ist, der kommt nicht los
von diesem Flecken Erde. Den zieht es immer wieder zurück. Zu
den Wiesen, in die Wälder, in die Berge. „Ja, ich habe
meine Wurzeln in Garmisch“, sagt er. „Für mich war
von Anfang an klar, dass ich nach meiner Karriere wieder nach Hause
zurück komme.“ Wie so vieles im Leben von Markus Jocher
ganz klar ist: Er ist zwar noch nicht verheiratet, aber sein Herz hat
er längst verschenkt. Und er weiß schon lange, dass er
einmal das Nähmaschinen-Geschäft führen wird, das
seine Eltern aufgebaut haben. Das Rüstzeug dafür hat er
sich in jungen Jahren mit Lehren als Einzelhandelskaufmann und
Mechaniker erworben. Und nebenbei an seiner Eishockey-Karriere
gearbeitet. In der Saison 97/98 gab er sein Debüt in der ersten
Mannschaft, in der Verteidigung des SC Riessersee, an der Seite von
Sepp Lehner. „Ja, wir kennen uns ganz gut“, sagt Jocher
mit einem Schmunzeln. Klar, zwei Garmischer, zwei Naturburschen, zwei
Verteidiger. Seit vier Wochen sind die beiden im Olympiaeisstadion
regelmäßig auf Eis. „Für mich ist das ganz
wichtig“, sagt Jocher.
„ Ich habe mich letzte Saison
schon nach elf Spielen schwer an der Schulter verletzt. Danach war
die Saison für mich fast gelaufen. Ich kam nur noch dreimal zum
Einsatz.“ Dafür gab es für ihn heuer keine
Sommerpause. „Ich habe durchtrainiert.“ Keine Frage,
Markus Jocher ist fit. Eine Grundvoraussetzung für einen Spieler
wie ihn. Er muss kämpfen, in jedem Spiel von der ersten bis zur
letzten Minute alles geben. Das einfache, klare Spiel ist seine
Stärke. Technisch, spielerisch sind seine Fähigkeiten
begrenzt, auch mit seinem Torriecher ist es nicht weit her. Fünf
Tore in sieben DEL-Jahren sagen alles. Trotzdem ist Jocher ein
gefragter Mann, gerade bei Spitzenteams. Er ist universell
einsetzbar, er ist sich für keine Drecksarbeit zu schade und –
ganz wichtig – er ist keiner, der sich beklagt. „Egal, wo
mich der Trainer hinstellt, ich tue mein Bestes, ich gebe einfach
alles, alles was ich habe. Mehr geht nicht.“ Darum ist ihm auch
vor seiner neuen Aufgabe in Straubing nicht bange. „Angst kenne
ich gar nicht. Das gibt es nicht für mich. Nicht auf dem Eis.“
Dass es aber eine neue Situation für ihn sein wird, ist ihm
schon klar. Damals in Landshut und München oder zuletzt in Köln
und Frankfurt sprach man in der Kabine vom Titelgewinn, war Jocher
ein Ergänzungsspieler. Dort gaben Spieler wie McLlwain, Norris
oder Lebeau den Ton an. In Straubing wird das anders sein, hier
heißen die Führungsspieler Abstreiter und Oswald. Was für
Jocher aber kein Nachteil ist: „Das sind absolute
Charakterspieler. Die sind mit dem Herzen dabei. Die wissen, dass man
Blut schwitzen muss, um in der DEL etwas zu reißen.“ Und
solche Spieler braucht das Team, braucht Trainer Erich Kühnhackl.
Mit dem hat Jocher schon 20010/2001 in Erding zusammen gearbeitet.
„Ein guter Trainer. Sehr hart, aber immer fair.“ Der
Trainer ist für Jocher kein Problem. Schlimmer wäre es,
wenn er in seiner neuen Wohnung nur Straßen um sich hätte,
viele Autos und jede Menge Beton. Die gibt es in Straubing nicht. Er
wohnt in der Eichendorffstraße, hat viele Bäume um sich
und nicht weit bis auf die Felder hinaus nach Alburg oder Aiterhofen.
„Die Wohnung ist optimal“, freut sich Markus Jocher.
„Hier kann man’s aushalten.“ Zumindest für
neun Monate. Dann geht's wieder nach Hause. Unter die Zugspitze. In
die Berge.
Markus
Jocher vom Löwen zum Tiger: „ Ein Teamspieler wie aus dem
Lehrbuch“
27-Jähriger kommt von den Frankfurt
Lions – Gerangel um Ü25-Plätze
(wel)
Die Kaderplanung bei den Straubing Tigers für die Saison 2006/07
schreitet weiter voran. Mit Stürmer Markus Jocher von den
Frankfurt Lions konnten die Tigers am Freitag den dritten Neuzugang
bekannt geben.
Jocher, gelernter Verteidiger, in den letzten
Jahren aber als Stürmer eingesetzt und auch bei den Tigers so
eingeplant (siehe auch Interview), ist 27 Jahre alt und verfügt
in Landshut, München, Köln und Frankfurt über
reichlich DEL-Erfahrung. Als reinen Defensiv-Stürmer möchte
sich der gebürtige Münchner übrigens nicht bezeichnen,
dabei erzielte er in den vergangenen fünf DEL-Spielzeiten gerade
einmal fünf Tore.
Aber Jocher hat andere Vorzüge, wie
Matthias Kittmann, Sportjournalist bei der „Frankfurter
Rundschau“, weiß: „Er ist ein Teamspieler wie aus
dem Lehrbuch. Fehlendes Talent gleicht er mit nimmermüdem
Einsatz aus. Er ist immer gut gelaunt und arbeitet in jedem Training
hart an sich. Einziges Manko eben: Er ist vor dem Tor zu
ungefährlich.“ Der Kader der Tigers nimmt damit immer
weiter Formen an, auch die Trainerfrage ist kurz vor der Entscheidung
(siehe Extrabericht). Jocher, Peter Abstreiter und Günter Oswald
sind als Neuzugänge fix, Tobias Abstreiter wird unterschreiben,
wenn die DEL-Lizenz erteilt ist.
Mike Bales, Trevor Gallant und
Aaron Fox aus dem alten Kader besitzen Verträge, wobei ein
Verbleib von Fox noch offen ist. Auch eine Verpflichtung von Benjamin
Barz (Nürnberg) ist wahrscheinlich, aus Bietigheim gibt es zudem
das Gerücht, dass Tobias Artmeiter zu den Straubing Tigers
zurückkehren soll.
Geht man davon aus, dass der Aufsteiger
die elf pro Spiel erlaubten Ausländer auch einsetzen wird, dann
sind eigentlich im Bereich der deutschen Spieler kaum noch Plätze
frei. Auf dem Spielberichtsbogen dürfen nämlich maximal 18
Spieler aufgeführt werden, die älter als 25 Jahre sind
(Stichtag: 1.1.81) oder Ausländer. Nimmt man die 11 Ausländer,
dann dürfen noch sieben Deutsche über 25 auf dem
Spielberichtsbogen stehen. Mit Jocher, Oswald und den beiden
Abstreiters hätte man bereits vier, zudem gelten die
Vertragsverlängerungen mit Lehner, Janke, Dunham als
wahrscheinlich bis sicher, was die sieben Stellen bereits besetzen
würde. Allerdings befindet sich auch noch Stefan Mann in der
Warteschleife. Er wäre dann bereits Nummer acht und dann gilt es
ja auch noch die Position des Ersatzkeepers zu besetzen.
Am
sinnvollsten wäre es von daher, diese Position mit einem
U25-Spieler zu besetzen, was aber nun nicht unbedingt zwingend
passieren muss. Da dürfte der Kampf um die Stammplätze hart
werden, denn sollten alle Spieler fit sein, dann droht manch
erfahrenem Crack der überraschende Platz auf der Tribüne.
Bereits in der kommenden Woche ist die Bekanntgabe weiterer
Neuverpflichtungen und Vertragsverlängerungen geplant.
Der
nächste Bayer für die Tigers
„ Ich bin ein
brutaler Kämpfer“, sagt Allrounder Markus
Jocher
Straubings Neuzugang im Interview
(mb)
Bayerische Spieler für Straubing: Das ist das derzeitige Motto
der Tigers. Mit dem 27-jährigen Angreifer Markus Jocher, in den
vergangenen drei Jahren bei den Frankfurt Lions unter Vertrag, kommt
ein gebürtiger Münchner und dreimaliger deutscher Meister
nach Straubing. 2000 gewann er mit München, 2002 mit Köln
und zuletzt 2004 mit den Lions den Titel. Jocher, dessen Vertrag
sowohl für die DEL als auch für die 2. Liga gilt, freut
sich darauf, in Zukunft wieder in seiner bayerischen Heimat spielen
zu können.
Herr Jocher, wie kam der Kontakt mit
Straubing zustande?
Jocher: „Der Kontakt lief über
meinen Manager. Es gab auch Angebote von anderen DEL-Vereinen, aber
ich wollte unbedingt wieder einmal bei einem bayerischen Verein
spielen. Ich habe jetzt ziemlich lange bei nicht-bayerischen Clubs
gespielt, war unter anderem drei Jahre in Frankfurt und davor zwei
Jahre in Köln. Jetzt freut es mich, dass ich wieder in meiner
Heimat spielen kann.“
Sie waren in der letzten Saison
ziemlich lange an der Schulter verletzt. Belastet Sie das
noch?
Jocher: „Die gesamte vergangene Saison war
wirklich keine gute. Ich hatte vor meiner Schulterverletzung im
November auch noch Probleme mit dem Sprunggelenk, aber mittlerweile
ist wieder alles in Ordnung. Harter Körperkontakt und Checken
gehen wieder. Als wir mit den Frankfurt Lions in der letzten Saison
auf Japan-Reise waren, habe ich wieder mit dem Spielen begonnen und
bin dann gegen Ende der DEL-Saison wieder ziemlich gut reingekommen.
Aber ich habe natürlich jetzt auch noch im Sommer eine Menge
Arbeit vor mir, denn nach einer so langen Verletzung muss man einfach
mehr tun.“
Sie wurden in der Vergangenheit vom
Verteidiger zum Stürmer umfunktioniert. Wann und wie kam dieser
Wechsel zustande?
Jocher: „Ich habe schon in meinen
beiden Jahren in Köln (Anm.: 2001- 2003) unter Hans Zach
desöfteren Stürmer gespielt – in meinem ersten Jahr
öfter als im zweiten. Unter Rich Chernomaz in Frankfurt hat sich
das dann fortgesetzt. Ich habe ausgeholfen, wenn vorne einer gefehlt
hat, aber zuletzt wurde ich eigentlich nur noch als Stürmer
eingesetzt.“
Wie sind Sie in Straubing
eingeplant?
Jocher: „Das hängt von unserem neuen
Trainer ab, aber ich gehe davon aus, dass ich Stürmer spielen
werde. Meine Aufgaben als Dritt- oder Viertreihen-Stürmer sind
hartes Forechecking, frühzeitiges Stören der gegnerischen
Spieler und so gut wie möglich zu verhindern, dass sie in unser
Drittel kommen.“
Wie würden Sie Ihre eigenen
Stärken beschreiben?
Jocher: „Ich bin ein brutaler
Kämpfer, gehe hart auf den Körper. Ich versuche immer alles
zu geben. Das Spiel ist für mich erst vorbei, wenn die 60
Minuten auf der Uhr abgelaufen sind.“
In Straubing
geht man davon aus, dass eine Erteilung der DEL-Lizenz sehr
wahrscheinlich ist. Welche Rolle können Sie mit den Tigers im
Oberhaus spielen?
Jocher: „Natürlich wäre das
Erreichen der Playoffs sensationell, aber ich denke, dass das ein
Ziel ist, das man durchaus vor Augen haben kann. Wir werden eine
konkurrenzfähige Mannschaft bekommen und versuchen, so gut es
geht da mitzumischen. Am meisten freut es mich aber, dass bei einer
Lizenzerteilung dann wieder eine bayerische Mannschaft mehr in der
DEL ist, denn so viele waren ja da zuletzt nicht mehr.“
[Quelle:
Straubinger Tagblatt vom 06.05.2006 / www.tigershockey.de]
Jocher geht nach Straubing
11.05.2006
Frankfurt
(fnp) Nach dreijährigem
Engagement für die Frankfurt Lions verlässt Stürmer
Markus Jocher den Tabellen-Neunten der Deutschen Eishockey-Liga (DEL)
und wechselt zum DEL-Aufsteiger Straubing Tigers. Jocher erhielt von
Lions-Manager Charly Fliegauf kein neues Vertragsangebot mehr, teilte
der Club mit.
Jocher gehörte dem Team des deutscher
Meisters von 2004 an, als die Lions erstmals den Titel holten.
Trennung von Markus Jocher
Der 28 Jahre alte kanadische Stürmer, der mit den Hamburg Freezers derzeit in der Play-off-Runde spielt, ist mit 23 Saisontoren bislang der zweitbeste Torschütze der Norddeutschen. In der DEL-Rangliste steht er damit auf Rang acht. Ulmer absolvierte 21 Spiele für die New York Rangers in der nordamerikanischen Profiliga NHL. Diese Verpflichtung könnte also ein Treffer für die Lions sein.
Eine kleine und unliebsame Überraschung dürfte für manchen Löwen-Fan die Trennung von Markus Jocher sein. Zwar konnte der 27 Jahre alte Bayer aufgrund einer Verletzung in dieser DEL-Saison nur selten spielen. Doch mit seinem unbändigen Einsatzwillen, der oft die Grenze des Erlaubten überschritt, war er der Liebling vieler Fans. Doch mit den neuen, viel strengeren Regeln kam er nie zurecht.
„Ich habe keinen Bock, mir wie eine Ballerina ein Röckchen anzuziehen und ein Schauspieler auf Schlittschuhen zu werden“, kommentierte der Abwehrspieler das im Januar eingeführte Regelwerk. Das ist mit ein Grund dafür, daß sich Jocher nun nach einem neuen Arbeitgeber umschauen muß. „Beim Umbau unserer Mannschaft geht es auch darum, daß wir Spieler brauchen, die die neuen Regeln spielen können“, sagte Manager Fliegauf. Menschlich tue ihm die Trennung leid. „Markus verbreitet immer gute Laune in der Kabine. Er ist ein Pfundskerl.“ Aber nun kein Löwe mehr.